Lehrmethode im Golfsport

Lehrmethode im Golfunterricht

Ausgangsfrage:
Erlernen Golfeinsteiger das Spiel schneller und beschwerdefreier, wenn der Einstieg vom kurzem zum langen Spiel (Putten, Chippen, Grundschwung) stattfindet oder ist der Weg vom langen Spiel zum kurzen Spiel Grundschwung, Chippen, Putten) der sinnvollere Weg. Neben der Leistungs- und Beschwerdeanalyse wurde auch noch eine Befindensanalyse in die Untersuchung mit einbezogen.

Probandengruppe:
64 männliche Teilnehmer, Durchschnittsalter 25 Jahre, Unterrichtszeit Montag bis Donnerst, täglich 2 Stunden, freitags Spiel auf dem Platz

Untersuchungsmodus:
Befragung der Porbanden täglich vor und nach dem Unterricht

ERGEBNISSE: Leistungsanalyse: Bezüglich der Leistung gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Untersuchungsgruppen.

Beschwerdeanalyse:
Ungewohnte Belastung und mangelnde Technik können Beschwerden hervorrufen. Speziell die linke Seite im Bereich des unteren Rückens, des Ellenbogens und der Hand. Linke Hand und Handgelenk sowie der untere Rückenbereich werden am stärksten belastet. Unter Berücksichtigung der Beschwerdebilder und der Regenerationszeiten zeigte sich, daß der Lehrweg vom kurzen zum langen Spiel besonders für den Golfeinsteiger zu favorisieren ist.

Befindensanalyse:
Abgefragt wurden vier positive (Aktiviertheit, Kontaktbereitschaft, Selbstsicherheit, Fröhlichkeit) und vier negative Aspekte (Nervosität, Müdigkeit, Gereiztheit und Deprimiertheit). Auch hier waren die Teilnehmer des Lehrwegs 1 (kurz zu lang) positiver gestimmt und erlangten bezüglich der negativen Aspekte bessere Ergebnisse als die andere Probandengruppe. Auch hier erwies sich also der Weg vom kurzen zum langen Spiel als der motivational sinnvollere Weg.

Fazit:
Für die Planung und Gestaltung des Golfunterrichts ergibt sich aus der o.g. Untersuchung, daß speziell für Golfeinsteiger der Weg vom kurzen zum langen Spiel unter Berücksichtigung motivationaler Aspekte der richtige Einstieg ist. Untersuchung bestätigt auch die methodische Forderung vom einfachen zum schweren, vom kleinen Bewegungsausmaß zum größeren Bewegungsausmaß. Neben dem kontinuierlichen erweiterten Aufwärmeffekt bringt dieser Unterrichtsweg vor allem eine erhöhte Motivationsgrundlage beim Schüler. Gerade beim Erlernen einer Sportart stehen schnellstmögliche Erfolgserlebnisse und damit eine verbesserte Stimmungslage, erhöhtes Selbstvertrauen und eine Reduzierung der Angst vor Mißerfolgen im Vordergrund. Nur so lassen sich langfristig Spaß und Freude an der lifetime Sportart Golf vermitteln und kennenlernen.

Golf ist ideal zur Erhaltung der Gesundheit und ist absolut vergleichbar mit anderen Sportarten, was etwa die Belastung oder den Kalorienverbrauch betrifft. Sportmedizinisch ist Golf nur zu empfehlen. Das ist das Ergebnis einer umfassenden, in dieser Art noch nie durchgeführten, golfmedizinischen Studie. 28 Spieler (Durchschnittsalter: 62 Jahre), die größtenteils Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems mitbrachten, und 11 Golfer mit einem Durchschnittsalter von 32 Jahren waren die beiden Gruppen, die während der Saison 1998 im Hartl Golf Resort Bad Griesbach in diese Studie einbezogen wurden. Ihr Handicap lag im Durchschnitt bei 27 (der beste hatte Hcp 5, der schlechteste 54). Geleitet wurde die Studie von Oberärztin Dr. med. Wiebke und Univ.-Prof.Dr.med.Jeschke, Lehrstuhl und Poliklinik für präventive und rehabilitative Sportmedizin der Technischen Universität München. In ihrem Fazit betonten die Mediziner, daß Golf aus internistischer Sicht eine Sportart ist, die zur Gesundheitsvorsorge hervorragend geeignet ist – "auch wenn die Ausübung nicht als große körperliche Anstrengung empfunden wird, weil der Erlebnischarakter und der Spaß am Spiel überwiegen" - so Prof. Jeschke. Die Belastung während einer Runde liege bei jüngeren und älteren Golfern vorwiegend im aeroben Energiestoffwechselbereich. Pro.Jeschke: " Diese Belastungsform ist geradezu erwünscht, um die Ausdauerleistungsfähigkeit zu verbessern." Der durchschnittliche Energieumsatz von rund 1700 kcal bei einer vierstündigen Golfrunde sei erheblich. Ein Kalorienverbrauch von mehr als 2000 kcal pro Woche durch körperliche Anstregung ist laut Prof. Jeschke anzustreben, um Herzkreislauf- und Stoffwechselerkrankungen vorzubeugen und zu verhüten. "Wenn wir dies berücksichtigen, dann reichen dafür zwei Runden Golf pro Woche". Und auch diese Erkenntnisse der Studie zeigen, warum Golf so gesund ist:

  • Pro Runde betrug der Netto-Gewichtsverlust 700 bis 900 Gramm, obwohl die Spieler mindestens 0,7 Liter Wasser getrunken und eine Banane gegessen hatten
  • die Sauerstoffaufnahme war viermal so hoch wie sonst
  • Blutdruck und Blutfettwerte gingen nach unten
  • beim Golfschwung werden 124 von insgesamt 434 Muskeln bewegt und koordiniert
  • die Pulsfrequenz kann Spitzenwerte bis zu 150 Schlägen pro Minute erreichen
  • der Cholesterinspiegel fällt nach einer Golfrunde um durchschnittlich 15%
  • das Körpergewicht reduziert sich um ca. 1000 g

Während den Golfrunden über 18 Loch hatten Prof. Jeschke und Dr. Wiebke untersucht, wie hoch die körperliche Belastung, gemessen an Herzfrequenz, Sauerstoffaufnahme und Kalorienverbrauch sowie Blutlaktat auf drei Golfplätzen mit unterschiedlichem Profil (Sagmühle, Brunnwies, Lederbach) ist. Durch Blutabnahmen und Gewichtskontrollen direkt vor und nach der Runde (alle mußten Ihr Bag auf identischen Trollys ziehen) wurden Veränderungen der Stoffwechselsituation ermittelt. Trinkmenge und Nahrungsaufnahme waren vorgegeben.Bei jedem der 39 Golfer wurde eine ausführliche klinische Untersuchung und eine Leistungs- und Belastbarkeitsdiagnostik auf einem Laufbandergometer bis zur maximalen Belastung durchgeführt. Golf wirkt sich positiv auf die Psyche des Menschen aus. Es wirkt streßlösend, ist optimal für die Regeneration vom Alltagsstreß und beruhigt die Seele.