Ausweg aus Schwungproblemen

Jeder Golfer entwickelt, trotz weitgehend einheitlicher Standards bei der Vermittlung des Grundschwungs, im Laufe der Zeit seinen ihm eigenen Stil den Schläger zu schwingen. Dabei gibt es Schwungmodelle, die extrem von der Norm abweichen und trotzdem funktionieren, wie auch elegante Schwünge, die immer wieder das Ziel verfehlen.

Wer Probleme mit seinem Schwung hat, wird zunächst versuchen, sich auf die Grundtechnik besinnen und Rat beim Pro oder Mitspielern einholen. Besteht aber weiterhin Unzufriedenheit, könnte man über ein alternatives Schwungmodell, wie die Rechtshandtechnik nachdenken, die manch andere Vorteile bietet und unter Umständen auch bei gewissen gesundheitlichen Problemen eine Lösung sein könnte.

Nach der Rechtshandtheorie wird bei der herkömmlichen Schwungtechnik die zu starke Körperaktion und führende Funktion der linken Seite bei Normalausrichtung, also beim Rechtshänder, betont. Im Gegensatz dazu kann nach dem alternativen Modell gar nicht zu stark und zu bald mit der rechten Hand bei der Ausführung des Schlages geführt werden.

Hintergrund ist die Vorstellung, dass Rechtshänder nahezu alles mit rechts ausführen, wie Schreiben, Werfen, Schlagen oder Tennis spielen. Die rechte Hand ist bei dieser Veranlagung stets kräftiger und wesentlich sensibler als die linke Hand. Mit rechts kann man demzufolge besser dosieren, Entfernungen abschätzen, genauer treffen, präziser und bewuβter die Stellung des Schlägerkopfes beim Impact steuern und Rückmeldungen erfühlen.

Durch die angeborene Veranlagung und die automatische Ausführung von diversen alltäglichen Bewegungen, muss das Schlaggefühl nicht neu erlernt werden. Entsprechend dient der Golfschläger dann als verlängerter rechter Arm und ähnelt in der analogen Vorstellung zu anderen Schlägersportarten einem Vorhandschlag. Die rechte Hand übernimmt in diesem Fall sowohl beim Rückschwung, wie beim Durchschwung die führende Rolle. Im Gegensatz zum herkömmlichen Grundmodell wird nicht mit der linken Hand gezogen und erst kurz vor dem Impact kommt die rechte Hand hinzu, sondern der Einsatz wird von Anfang an vom rechten Arm bestimmt. Der linke Arm dient nur als passiver Pendelstab , der die Verbindung zum Drehpunkt herstellt und für einen konstanten Schwungradius sorgt.

Wichtig für die Technik ist das richtige Gefühl für ein sauberes Treffen des Balles und das freie Schwingen des Schlägers mit Hilfe der rechten Hand. Bei langen Schlägen sollte der Schlägerkopf möglichst noch ein wenig flach am Boden weitergeführt werden und erst dann hochschwingen, damit der Ball regelrecht vom Boden gefegt wird. Wenn sich der Schlag leicht und locker anfühlt und der Schlägerkopf durch den Ball schwingt und einen nach vorne zieht, dann werden auch die Bälle kontrolliert weit fliegen. Dabei werden Sie überrascht sein, wie nach der beschriebenen Art, schon nach kurzer Zeit die Bälle tot an der Fahne liegen und auch andere Schläge gut funktionieren. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass man sich durch diese Auβenseitermethode ein wenig ins Abseits stellt und mit Tipps von anderen Spielern Golflehrern oder aus Zeitschriften weniger anfangen kann.

Die Technik ist auch keine Geheimwaffe, mit der nur noch Traum-Golf gespielt wird, denn auch hier können die typischen Fehler bis zum vollständigen Zusammenbrechen des Schwunggefühls gemacht werden. Aber die Rechtshandmethode ist eine interessante Alternative unter anderem auch bei gesundheitlichen Problemen, wie Rücken-, Knie- oder linksseitigen Schulterbeschwerden. Für welche Art des Schwungs man sich auch entscheidet, er sollte zu dem Stil, wie man schwingt, passen und vor allem funktionieren.