Golftaktik für Einsteiger

Die Konzentration auf das taktische Spielverhalten beim Golfen wird oftmals gegenüber den technischen Übungen vernachlässigt. Dabei sind die Entscheidungen im Golf, mit welchem Ziel man den nächsten Schlag ausführen will, in der Regel ebenso wichtig, wie die Ausführung der Bewegung selbst. Nicht nur bei den Profis ist die Einteilung und Ausrichtung der Schläge von entscheidender Bedeutung für das Endergebnis auf dem Platz.

Vielleicht haben Sie auch schon die Erfahrung gemacht, dass gewisse Empfehlungen von Golflehrern und Mitspielern Sie vor schwierigen Situationen bewahrt haben. Gerade bei Anfängern, die weder die genaue Richtung, noch Länge oder Flughöhe des Balls garantieren können, sind einige Grundrichtlinien in der Taktik sehr wichtig, um unnötige Schläge zu vermeiden.

Aber auch Fortgeschrittene und Spieler mit niedrigem Handicap machen oft typische Anfängerfehler, weil Risiko des Schlags und Können nicht richtig aufeinander abgestimmt sind.

Insofern sollten Sie vor dem Abschlag an jedem Loch darüber nachdenken, mit welchem realistischen Ergebnis Sie das Loch angehen wollen - Ihr so genanntes „persönliches Par“. Spielen Sie nicht nach der Devise alle Schläge möglichst lang, sondern planen Sie je nach Ihrer derzeitigen Schlaglänge mit Absicht ein Bogey oder Doppelbogey. D.h. teilen Sie sich die Spielbahn entsprechend Ihrer Fähigkeiten ein. Bei einem Par-3-Loch können beispielsweise zwei  Annäherungsschläge mit dem Eisen 7 wahrscheinlicher zum Anspielen auf das Grün führen, als ein Drive, wenn im zweiten Drittel der Bahn Hindernisse zu überwinden sind.

Gucken Sie sich eine möglichst große Landefläche für den Ball aus und zielen Sie in die Mitte dieses Bereichs. Wählen Sie als Landeplatz das relativ ungefährlichste Gelände aus. Am besten natürlich das Fairway. Nicht immer ist der gerade Weg zur Fahne der Beste. Solange Sie das Grün nicht erreichen können, versuchen Sie den Ball in der Faiwaymitte zu platzieren. Sollten Sie dazu neigen, stetig zur gleichen Seite abzuweichen, dann wählen Sie als Ziel für Ihren nächsten Schlag die Mitte der gegenüberliegenden Fairwayhälfte. Je nach dem, wie systematisch Ihr Schwungfehler ist, spielen Sie dann einen Zick-Zack-Kurs oder jeweils einen Bogen. Sie liegen aber am Ende mittig vor oder auf dem Green.

Bei Golfbahnen mit schwierigen Hindernissen sollten Sie überlegen, ob es einen Weg gibt, der das Risiko eines gravierenden Ausrutschers verhindert. Sie können nicht jede Gefahr meiden, oftmals ist aber die eine oder andere Seite des Fairways gefährlicher im Sinne von möglichen Straf- oder Zusatzschlägen. Denken Sie am Besten einen Schlag im Voraus. Damit vermeiden Sie unter Umständen Probleme an einer Biegung des Platzes mit Bäumen oder vor einem Bunker.

Das man bei einem so genannten Dogleg (eine Bahn die am Ende entweder nach rechts oder links abzweigt) den Drive auf die gegenüberliegende Seite der Abzweigung schlägt, ist den meisten Golfern bekannt. Was man aber tut, wenn der Abschlag misslungen ist, scheint vielen unklar zu sein. Liegt der Ball nach dem Drive so, dass der direkte Weg zur Fahne von Bäumen versperrt ist, so tun Sie gut daran, nicht zu scharf an den Bäumen vorbei zu spielen. Mindestens10 bis 20 Meter sollten Sie als Sicherheitsreserve einplanen. Nehmen Sie lieber eine weitere Entfernung zum Grün in Kauf, als im Unterholz zu landen.

Den Schlag vor Ihrem Anspielen auf das Green sollten Sie so gestalten, dass nach Möglichkeit kein Hindernis beim folgenden Schlag überspielt werden muss. Dies ist psychologisch wichtig und vermindert das Risiko einer zusätzlichen Komplikation. So können Sie sich auf Schlaglänge und Schlagrichtung konzentrieren. Haben Sie dagegen ein Wasserhindernis oder einen Sandbunker vor sich, reicht schon ein leichtes Abweichen beim Treffen des Balles oder bei der Dosierung der Schlagstärke und Sie geraten in entsprechende Schwierigkeiten.

Gibt es keinen anderen Weg als über das Hindernis hinweg zu spielen, ist es ratsam dem vorherigen Schlag etwas kürzer zu gestalten und eine günstige Position für den anschließend schwierigen Schlag zu suchen. Wählen Sie für den Hindernis-Schlag eher eine Schlägernummer höher, also ein schräger stehendes Eisen oder Holz, damit Sie etwas mehr Sicherheitsreserve haben. Meist wird der Ball nicht präzise getroffen. Bei einem zu dünnen Schlag würde der Ball so im Hindernis landen.

Passiert das Unvermeidliche dann doch und Ihr Ball fällt in einem Bunker oder ins tiefe Rough, lautet das oberste Gebot „auf möglichst einfache Weise zurück ins Spiel“. Spielen Sie also nicht blind Richtung Fahne oder um jeden Preis nach vorne. Hier ist jetzt Fantasie gefragt. Welche Schlagkombination bringt Ihnen in einem solchen Fall die geringsten Probleme?

Ob Sie das Sicherheitsdenken, welches aus der Erfahrung heraus auf lange Sicht mehr Erfolg hat, zu ihrer persönlichen Richtschnur machen wollen, bleibt natürlich Ihnen überlassen. Die Ratschläge bewirken auch nicht unmittelbar eine Verbesserung Ihres Schwungs oder Ihrer Präzision. Sie vergrößern aber Ihre Sicherheitsmarge, in der Sie ausrutschen können.

Durch mehr Vertrauen in Bezug auf die Richtigkeit Ihrer Entscheidungen werden Sie auch gelassener an Ihren Schwung gehen. Ihre Entscheidungen sollten daher oft vorsichtig und überlegt sein, Ihre Schläge aber stets mutig und konsequent.