Golftipps

Golf Tipps und Hinweise

Eigentlich scheint das Golfen eine eher einfache Sportart zu sein. Muss man doch nur einen ruhenden Ball mit einem Schläger in Richtung Fahne schlagen und dann wie beim Minigolf, das schon Kinder ohne jede Vorkenntnis beherrschen, einlochen. Beschäftigt man sich jedoch eingehender mit dem Sport wird schnell klar, wie komplex und schwierig das Golfspiel ist.

Auch wer den Ball sicher und stetig trifft, wird wissen, wie wenig dazu gehört, um die Kugel nicht optimal zu erwischen. Schon die kleinste Abweichung im Millimeterbereich beim Treffpunkt von Schlägerkopf und Ball kann zu einer erheblichen Differenz von geplanter Flugrichtung und dem tatsächlichen Ergebnis führen. Stimmen zudem der Auftreffwinkel von Schlägerblatt oder die Schwungachse nicht, werden Fluglänge, -höhe und -richtung des Balles deutlich vom Plan abweichen.

Aber nicht nur die geringe Fehlertoleranz bei den Schlägen, sondern auch die Auswirkung auf das weitere Spiel bei einem misslungenen Schwung sind im Vergleich zu anderen Sportarten gravierender. So führt ein Fehlpass beim Fuβball nicht gleich zu einem Gegentor und auch beim Tennis muss ein weniger optimal getroffener Ball nicht unbedingt ins Aus fliegen. Beim Golf entscheiden Millimeter oft darüber, ob der Ball noch auf dem Fairway bleibt oder in das Rough bzw. Hinderniss fliegt.

Bei vielen Sportarten können Fehlleistungen noch ausgeglichen werden. Beim Golf kann schon ein schlechter Schlag das Ergebnis für die ganze Runde zerstören. Entsprechend hoch ist der psychologische Druck bei jedem einzelnen Schwung. Mit dem Wissen, dass richtig gute Schläge selbst bei Profis eher die Ausnahme sind, geht es bei vielen Spielern mental darum, möglichst wenig Fehler oder missratene Schläge zu produzieren. Das wiederum führt oft zu einem zu vorsichtigen Spiel und einer verkrampften Spielweise.

Dabei ist ein natürlicher und lockerer Schwung die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Golf. Für Menschen, die erst im Erwachsenenalter zum Golf kommen, ist es eine der Hauptschwierigkeiten, die Bewegung in das bestehende Koordinationsvermögen einzufügen, so dass sie flüssig und stabil reproduzierbar werden kann. Wird der Schwung nicht von Anfang an richtig angelegt, schleifen sich falsche Automatismen ein, die nur schwer korrigiert werden können und oft zu einer „verkorksten“ Technik führen, an der stetig herumgedoktort wird.

Wer sich zudem seiner nicht idealen Schwungbewegung bewusst ist, hat beim Golf sehr viel Zeit zu viele Gedanken im Kopf ablaufen zu lassen. Durch diese Überbewusstheit laufen die eingeübten Bewegungen oft nicht so automatisch sicher ab, wie es meist bei Sportarten der Fall ist, wo man schnell reagieren muss, wie beim Tennis oder beim Kampfsport. Golfer versuchen oft noch während der Schwungbewegung korrigierenden Einfluss auf den Ablauf zu nehmen und bekommen so oft nicht die richtige Rückmeldung was Ausführung und Ergebnis betrifft. Auch wenn man das Gefühl nach dem Schlag hatte, fast alles richtig gemacht zu haben, fliegt der Ball schon mal ins Rough und das Bewegungsgefühl ist dann irritiert.

Ist der Ball erstmal in einer problematischen Lage, kommen noch weitere hinderliche Gefühle, wie Angst, Scham oder Zweifel hinzu, die einen lockeren Schlag mit voller Konzentration nahezu unmöglich machen. Werden einem die technischen Anforderungen und psychologischen Belastungen beim Golf vor Augen geführt, entpuppt sich der Sport nicht mehr als das ganz leichte Spiel, bei dem man nur einen ruhenden Ball in ein kleines Loch befördern muss und bekommt seinen unverwechselbaren Reiz.

Weitere Golfartikel finden Sie in unserer Golfkolumne. Hinweise zur Vorbereitung auf das Training und für das Wettspiel sowie zur Verletzungsprophylaxe im Golf finden Sie unter Praktische Tipps. Sie haben Fragen zu den Begriffen auf der Spielbahen? Direkt zu Spielbahnbeschreibung. Informieren Sie sich auch über den QuickGame Modus der German Golf Academy.