Kritische Situationen

Egal wie gut Sie Golf spielen, besonders schwierige Situationen auf dem Golfplatz lassen sich nicht vermeiden. Auch die Profis müssen immer wieder in den Sandbunker, in ein Waldstück oder suchen an einem Wasserhindernis nach ihrem Ball. Bei Anfängern und Handicap-Golfern passiert dies aufgrund von weniger kontrollierten Schlägen naturgemäß häufiger.

Für erfahrende Golfer und Profis sind solche Vorkommnisse zwar ärgerlich, sie haben aber auch aufgrund ihrer Erfahrung und Übung die entsprechenden Mittel, um solche Probleme relativ  unbeschadet zu überstehen und am Ende des Tages sind solche Manöver im Fernsehen zu bestaunen oder werden im Clubhaus diskutiert.

Hobbygolfer jedoch machen gerade bei ungünstigen Lagen die meisten vermeidbaren Fehler. Oftmals soll nach einem schlechten Schlag die unangenehme Situation möglichst schnell gelöst werden. Dabei wird meist zu kurz überlegt. Viele Golfer geraten in Panik, um die Schande, die über einen hereingebrochen ist, so schnell wie möglich zu kaschieren. Im Gegensatz zum studieren der Puttlinie, wie es die Profis machen, wird aus dem Wald heraus kaum überlegt, welche Varianten zur Verfügung stehen.

Um das Beste aus einer ungünstigen Situation zu machen, sollten Sie sich klar machen, dass Sie den schlechten Schlag sowieso nicht mehr rückgängig machen können. Ihre ganze Konzentration sollte auf der neuen Aufgabe liegen. Führen Sie sich ins Bewusstsein, dass Sie nach einem misslungenen Schlag im seltensten Fall mit einem Superschlag den Nachteil wieder wettmachen können.

Sie sollten Ihre taktische Marschroute an die neue Situation anpassen und den Schaden so gering wie möglich halten. Dies gelingt in der Regel dadurch, dass man den Ball zunächst mit Sicherheit wieder ins Spiel bringt. D.h. Sie sollten im Allgemeinen auf dem kürzesten Weg in die Fairwaymitte spielen. So sind Sie wieder in der Lage die Fahne direkt zu erreichen. Riskante Schläge aus ungünstiger Lage über Sträucher und zwischen Bäumen hindurch bringen Sie oftmals in noch brenzligere Situationen.

Prüfen Sie auch alle Ihnen von Regelseite zur Verfügung stehenden Erleichterungen, wenn Ihr Ball nicht ungehindert zu schlagen ist. Hier gibt es eine Vielzahl an Bestimmungen gerade für kritische Lagen. Sachkenntnis von Regeln kann daher ein großer Vorteil sein. Wann kann man den Ball droppen, einen provisorischen Schlag machen oder die Kugel für unbespielbar erklären? Sie sollten in jedem Fall das jeweilige Risiko abwägen und die entsprechende technische Durchführung genau planen. Denken Sie daran, dass Ihr Schlag von zwei Seiten bedroht ist: Sie befinden sich im Gefahrenbereich und wollen nicht in weitere Schwierigkeiten kommen.

Gerade jetzt ist es wichtig den Ball sauber zu treffen. Verlangsamen Sie daher den Rückschwung, um die vollen Kontrolle über den Schlag bis zum Treffpunkt zu behalten. Auch wenn Sie das in manchen Fällen Weite kosten sollte. Unterdrücken Sie den verständlichen Wunsch, das Spielgerät möglichst weit Richtung Fahne spielen zu wollen.

Wenn Sie sich zudem mit den vielen Möglichkeiten und technischen Spielarten von Tickschlägen befassen, haben Sie einen zusätzlichen Vorteil in schwierigen Situationen. Ob einhändiger Rückwärtsschlag, Linkshänderschlag oder Handgelenkschlag, mit der Beherrschung solcher Techniken brauchen Sie noch weniger Angst vor dem Misslingen Ihrer „normalen“ Schläge haben. Ein besonderer Bonus ist, dass Sie nach Ihrer Runde eine weitere schöne Golfgeschichte im Clubhaus erzählen können.