Optimales Trainingsprogramm

Es gibt ungefähr 17 Millionen Golfer weltweit. 80 Prozent davon erreichen nie ein Handicap unter 18. Das hört sich erschütternd an, muss Sie aber nicht entmutigen. Das Ergebnis entspricht der Gaußschen Normalverteilung und hat seine Ursachen. Die meisten Golfer trainieren zu selten und vor allem zu unsystematisch. Vielleicht haben auch Sie schon oft die gleichen Fehler gemacht oder haben beim Schlag eine leichte Tendenz in eine bestimmte Richtung? Eventuell fehlt es Ihnen an Weite oder Sie haben Probleme bei Schlägen aus Hindernissen?

Wenn Sie mit Ihrem Spiel voran kommen wollen, dann reicht es nicht aus regelmäßig auf die Driving Range und den Platz zu gehen. Sie sollten Ihr Spiel systematisch untersuchen und aufbauen. Dazu ist es notwendig, eine komplette Bestandsaufnahme Ihrer Fähigkeiten zu machen. Was sind Ihre Stärken? Wo liegen Ihre Schwächen? Viele Spieler stehen stundenlang auf der Driving Range und wissen nicht, wo die wirklichen Probleme ihres mäßigen Spiels liegen.

Um herauszubekommen, wo die Leistungsreserven stecken und wo die Fehler begraben sind ist es sinnvoll ein Trainingsbuch anzulegen. Hier notieren Sie alle Turnierergebnisse und ernsthaften Runden Loch für Loch. Schreiben Sie zu jedem Schlag eine kleine Notiz. Heben Sie die gelungenen und missratenen Dinge hervor. Zum Beispiel: „Drive zu kurz nach links ins Rough“. Danach fertigen Sie eine Tabelle mit allen Schlagvarianten an und teilen sie in drei Klassen ein: gut, befriedigend und schlecht. Nach mehreren Wochen ergibt sich so ein objektives und detailliertes Bild Ihrer wirklichen Fähigkeiten.

Wenn die Schwachpunkte bekannt sind, geht es daran sie auszumerzen. Sehr oft liegen die Defizite bei den kurzen Schlägen. Sie werden von den Trainern immer wieder angemahnt und genauso oft von den Schülern vernachlässigt. Teilen Sie sich entsprechend die zur Verfügung stehende Zeit zwischen Driving Range, Übungsgrün und Platz richtig ein. Wichtig ist, dass Sie beim Üben auf ein möglichst präzises Ergebnis bei jedem einzelnen Schlag achten. Überlegen Sie sich vor den Schlägen jeweils den genauen Zielpunkt und die anvisierte Flugkurve. Durch die stetige Konzentration wird die Turniersituation simuliert und hilft Ihnen später sich an den Druck für ein optimales Ergebnis zu gewöhnen.

Der nächste Schritt ist das herausfiltern von für Sie kritischen Stellen auf dem Platz und von problematischen Abschlägen. Viele Golfer haben mit bestimmten Platzgegebenheiten immer wieder dieselben Schwierigkeiten und machen ähnliche Fehler. Die Ursachen liegen meist im psychologischen oder taktischen Bereich. Suchen Sie daher die Stellen auf dem Platz auf, wenn wenig Betrieb herrscht und überlegen Sie, wo Ihr Problem liegt. Oftmals fühlt man sich wohler, wenn man den Abschlag von weiter links oder rechts macht, einen anderen Schläger ausprobiert oder den Schlag nicht ganz durchgezogen ausführt. In der Turniersituation werden Sie an dem kritischen Punkt die taktisch vorüberlegte richtige Lösung für sich im Kopf haben und können sich so ganz auf ihre Schlagausführung konzentrieren.

Während Ihrer Golfrunden sollten Sie stets ein kleines Notizbuch mit sich führen. Denn die besten Gedanken zum Schwung oder zur Taktik bekommt man direkt auf dem Platz. Aus Ihren Aufzeichnungen wird sich im Laufe der Zeit herauskristallisieren, wann, wie und warum Sie Ihr Schwunggefühl verloren haben und welche Maßnahmen Ihnen am besten geholfen haben.

Um Ihre Fortschritte messbar zu machen und Ihre Motivation zu kanalisieren ist es unabdingbar, dass Sie sich ein realistisches Ziel setzen. Teilen Sie sich den Weg dorthin in Etappen auf. Gehen Sie Punkt für Punkt Ihres Leistungsprofils durch und versuchen Sie leichtere Zwischenziele zu erreichen. Z. B. auf dem Grün maximal zwei Putts oder Drives sollen immer auf der Bahn landen, auch wenn das Länge kostet. Am Ende dieses Prozesses haben Sie gute Chancen Ihr bestes Ergebnis an jedem Loch Ihres Heimatplatzes zu unterbieten oder zu egalisieren und können von einem einstelligen Handicap träumen.