Puttlinie lesen

Der Putt ist im Golfsport zweifelos der entscheidende Schlag. Der Turniererfolg hängt letzten Endes davon ab, ob ein Ball schlieβlich ins Loch fällt oder nicht. Ein guter Abschlag und eine hervorragende Annähung an das Grün nützen dem Golfer nichts, wenn er mit dem Putter das Loch nicht trifft. Die Schläge auf dem Green machen durchschnittlich rund 40 Prozent des Scores aus. Insofern ist das Putten nicht nur der letzte und entscheidende Schlag, sondern auch der prozentual Wichtigste.

Vorausssetzung für einen guten Putt ist aber nicht nur eine gute und sichere Technik, sondern eine entsprechende Vorbereitung beim „Lesen“ des Grüns. Ohne eine genaue Analyse von Gefälle, Neigung und Rasenbeschaffenheit sowie der Entfernung, Richtung und Lage des Balles von der Fahne kann kein guter Putt gelingen. Zum Lesen des Grüns  müssen Sie nicht, wie manche Profis, auf allen Vieren kriechen oder in die Bauchlage gehen, um die Breaks zu erkennen. Es reicht in der Regel, wenn Sie sich die Puttlinie aus drei verschiedenen Perspektiven anschauen: Hinter dem Ball mit Blick zum Loch, der Gegenschuss hinter der Fahne und die seitliche Sicht auf halben Weg zwischen Ball und Loch.

Mithilfe der verschiedenen Standpunkte können Richtung und Entfernung genau abgeschätzt werden, um dem Ball die richtige Geschwindigkeit und Zielrichtung zu geben. Auch wenn das Grün Gefälle aufweist, können Breaks erkannt und eine detaillierte kurvige Puttlinie konstruiert werden. Allerdings sollte man bei einem solchen Grün mit Gefälle nicht in gerader Linie von Ball und Loch stehen, sondern den Ball so anvisieren, dass man in der Verlängerung die höchste Stelle des Breaks sieht, von der aus der Ball auf der gedachten Linie zum Loch seine Richtung ändert.  Im Training lässt sich eine kurvige Puttlinie mit einem Münzenkorridor visualisieren, durch den man den Ball auf einem hügeligen Grün ins Loch befördert.

Hilfreich ist auch die Besichtigung schon aus der Ferne, wenn man sich dem Grün nähert. Solange die Mitspieler ihre Annäherungsschläge machen, kann man sich den Verlauf des Gefälles schon einprägen. Wenn Sie den höchsten Punkt des Breaks ausgemacht haben, wo Ihr Ball zwischen Ausgangslage und Loch dreht, können Sie sich Gedanken über die richtige Geschwindigkeit des Schlages machen. Da Sie die Linie auf der der Ball rollen soll im Kopf haben, geht es jetzt um die Wucht, mit der Sie den Ball beschleunigen. Dabei sind Entfernung zum Loch, Graswuchsrichtung, Schnelligkeit des Grüns und Neigung des Grüns zu beachten.

Wer auch auf schwierigen Grüns die vielen Einflussfaktoren, wie Gefälle, Entfernung oder Richung gut einschätzt, hat beste Voraussetzungen einen erfolgreichen Putt zu spielen. Wer zu der richtigen Analyse auch noch das Feingefühl für eine gelöste Ausführung hat, der kann den prozentualen Anteil der Putts am Gesamtscore verringern und mit seinem dann besten Schlag so manches Turnier für sich entscheiden.