Der persönliche Stil

Haben Sie auf dem Golfplatz auch schon die unterschiedlichsten Menschen getroffen? Aber nicht nur die Art und Weise, wie gespielt wird, differiert zum Teil enorm, sondern auch das Benehmen auf und neben den 18 Löchern unterscheidet sich erheblich. Unter der Voraussetzung, dass die Etikette eingehalten wird, bringen die unterschiedlichsten Charaktere Farbe in die Golfszene.

Durch die Vielfalt der neuen Generation Golf ist die Eingrenzung der Golfer auf Spielertypen, wie den Ästheten, den Dandy, den Clown, den Regelexperten oder den Philosophen zu kurz gegriffen. So verschiedenartig sich die Golfer mittlerweile geben, so unterschiedlich ist auch die Herangehensweise an den Sport. So kommen Menschen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen zum Golf, die vorher beispielsweise gar keinen Sport betrieben haben oder in dem anderen Extrem eine andere Schlägersportart ausgeübt haben.

Entsprechend können die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Einsteigen in den Sport sehr unterschiedlich sein. Die Sportler haben in der Regel schon ein gutes Körpergefühl und eine erprobte Koordination, müssen aber oftmals fehlerhafte Bewegungsgewohnheiten korrigieren. Ungeübte haben meist wenig koordinative Erfahrungen und müssen erst Bewegungsmuster einschleifen.

Allen gemeinsam ist, dass zunächst ein gleich bleibender persönlicher Stil eingeübt werden muss. Ein festes Bewegungsritual hilft dem Golfer psychische Verwicklungen zu minimieren und Musterschläge immer wieder reproduzieren zu können. Ist der Golfer nämlich zu sehr mit Gedanken beschäftigt, wird er zu sehr vom eigentlichen Ziel abgelenkt. Ist die Einstellung zu lax, wird er nicht die notwendige Konzentration aufbringen, um präzise Schläge zu machen.

Eine Routine, wie sie bei Tennisspielern oft zu beobachten ist, die vor dem Aufschlag immer die gleichen Rituale vornehmen, hält Gehirnspeicher für Überlegungen und Entscheidungen frei, die in dem Augenblick wirklich notwendig sind. Beim Golf entspricht die Zeit während des Ansprechens dem Aufschlagsritual beim Tennis. Suchen Sie sich je nach Temperament Ihren Rhythmus und ihre Vorbereitungen um ein Gleichgewicht aus Konzentration und Entspannung zu erzeugen. Versuchen Sie eine Gleichmäßigkeit in diese Phase zu bekommen.

Dabei ist es egal, wie oft Sie den Blick zwischen Ziel und Ball hin- und herwandern lassen, sich auf die Impactlinie konzentrieren oder an den Treffpunkt mit dem Ball denken. Wichtig ist, dass Sie nicht übereilt drauflosschlagen oder zu lange warten bis die Konzentration schon wieder nachlässt. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nur auf den Schlag selbst. Denken Sie bei der technischen Ausführung an nicht mehr als zwei Dinge und achten Sie auf ein positiv formuliertes Ziel.

Versuchen Sie sich vor jedem Schlag bewusst zu entspannen. Achten Sie auf einen geschmeidigen Griff, lockern Sie Ihren Schultergürtel und lassen Sie Ihre Arme locker herunterhängen. Atmen Sie ruhig, nicht zu schnell und auch nicht betont langsam oder gezwungen tief. Direkt vor dem Rückschwung atmen Sie leicht ein und leicht wieder aus. Im Anschluss beginnt der Schwung.

Halten Sie es mit den anderen Angewohnheiten ebenso, wie mit der Schlagvorbereitung. Führen Sie Rituale ein. Immer dieselbe Anzahl an Probeschwüngen, den Schläger aufsetzen und nur mit der rechten Hand greifen im offenen Stand, das Tee stets in die gleiche Höhe einsetzen usw. So entwickeln Sie Ihr eigenes stereotypes Verhalten, dass sich für Sie als sinnvoll erwiesen hat und das zu Ihrer zweiten Natur wird. Damit helfen Sie nicht nur Ihrem Spiel,  Ihre neuen Marotten sind gleich auch ein Ausdruck Ihres persönlichen Stils.