Positiv denken beim Golfspiel

Wie in anderen Sportarten ist der Schlüssel zum Erfolg beim Golf zum großen Teil Kopfsache. Die beste Schlagtechnik nützt Ihnen nichts, wenn die mentale Einstellung nicht hundertprozentig da ist und Selbstzweifel bestehen. Sie haben sicherlich auch schon Tage erlebt, an denen Ihr Schwunggefühl ganz gut ist, die Bälle aber einfach nicht in das Loch fallen wollen.

Bei vielen Spielern, die lange Drives und gute Annäherungsschläge spielen können, beobachtet man häufig, dass sie im Turnier zahlreiche Fehlschläge machen. Andererseits gibt es immer wieder Golfer, deren technisches Vermögen begrenzt ist, die aber trotzdem erstaunlich gut punkten. Der eine spielt also stetig oberhalb und der andere unterhalb seiner Möglichkeiten. Für den Letzteren ist dies ein Grund zur Frustration.

Die Ursache für die Diskrepanz zwischen technischem Können und tatsächlich erspieltem Ergebnis liegt ganz eindeutig im psychologischen Bereich und hängt wesentlich damit zusammen, ob ein Golfer die Grundeinstellung des „positiven Denkens“ besitzt oder nicht. Damit ist gemeint, dass der Spieler eine optimistische Grundhaltung besitzt und von einem erfolgreichen bzw. glücklichen Ausgang der künftigen Ereignisse ausgeht. Sind die realen Ergebnisse dennoch negativ, versucht der positiv Denkende das Beste aus der neuen Situation zu machen. Nach einem schlechten Drive sagt er sich beispielsweise „jetzt werde ich mit einem Holz 3 den Ball aufs Grün legen oder jetzt loche ich eben den langen Putt ein.

Diese Grundhaltung steuert Ihr Unterbewusstsein und hat einen emotionalen und einen verstandesmäßigen Aspekt und wird durch die Verbalisierung noch verstärkt. Sprechen Sie daher in Gedanken oder halblaut vor sich hin und wiederholen Sie die Sätze. Achten Sie darauf, dass Sie nur positive Gedanken im Sinn haben, die dem Ziel förderlich sind. Finden Sie heraus welche Formulierung für Sie am Besten geeignet ist, Sie positiv zu motivieren und setzten Sie genau dies in die Tat um.

Negative Gedanken sollten Sie, sofern Ihnen das möglich ist, vermeiden. Mit solchen Überlegungen programmieren Sie sich falsch und erwarten praktisch schon den Fehlschlag. Sätze wie „heute wird es schwer, der Wind ist ungünstig oder die Fairways sind zu trocken“ schaden zudem Ihrer Konzentration. Wenn Sie negativ oder auch zu viel Denken stören Sie Ihr automatisches Gehirnprogramm, das mit tausenden von gesammelten Erfahrungen im Unterbewusstsein besser weiß, was richtig ist. Sie können Ihr instinktives Feingefühl nicht durch bewusste rationale Einflussnahme verbessern. Gerade beim Üben des Puttens sagen Sie sich nicht „der war zu kurz oder der zu lang“, sondern denken Sie daran, das positive Ziel ist das Loch.

Auch bei den äußeren Bedingungen können Sie im Allgemeinen Ihrem Gefühl trauen. Alle relevanten Faktoren hat Ihr Unterbewusstsein längst schon registriert, bevor Sie anfangen darüber nachzudenken. Selbst wenn sich Gefühl und Vernunft widersprechen, sollten Sie Ihrem Instinkt vertrauen. Wenn Sie an einer Stelle des Platzes regelmäßig ein Eisen 9 verwenden, kann es doch sinnvoll sein, wegen Regen, Wind oder Kälte lieber ein Eisen 7 oder gar 6 zu nehmen.

Denken Sie also beim nächsten Training vor allem auch an den mentalen Bereich. Hier schlummern beim Golfen die meisten Reserven.