Der Probeschwung, ein echter Volltreffer

Wie oft sieht man auf dem Golfplatz Spieler, die zwei oder drei Bilderbuch-Probeschwünge hinlegen und danach einen ganz und gar nicht geglückten Abschlag machen? Auch der Übergang von guten Übungsschwüngen zu schlechten Schlägen mitten auf dem Platz ist immer wieder zu beobachten. Ihnen ist das sicherlich auch schon in ähnlicher Form passiert, oder? Woran mag das liegen, fragen sich nicht nur Anfänger, sondern auch erfahrene Golfer.

Viele Durchschnittsspieler denken, wenn sie mit ihrem Probeschwung den zählenden Schlag machen könnten, wären sie hervorragende Golfer. Dabei ist der Grund für den deutlichen Unterschied in der Qualität des Schwungs ganz schnell erklärt: Beim Probeschwung kommt es nicht darauf an, die Schlagfläche gerade zu halten und zu zielen. Daher steht hier dem freien und lockeren Schwingen nichts entgegen.

Beim Schlagen des Balles jedoch muss die Schlagfläche auf das Ziel ausgerichtet sein. Durch dieses bewusste und auch unterbewußte Wissen entsteht für den Golfer eine Spannung. Diese Anspannung führt bei der Ausführung der Bewegung zu den Fehlern und Verkrampfungen.

Man könnte sich daher fragen, warum man dann überhaupt einen Übungsschwung macht? Manchen hilft er sich zu entspannen, zu konzentrieren und Sicherheit zu gewinnen. Besonders effizient wird die Trockenübung wenn man nicht nur in die Luft schlägt, wie oft zu sehen ist, sondern ein ganz bestimmtes Ziel, wie einen Grashalm oder ein Löwenzahnblatt anvisiert und versucht zu treffen. Durch die Fixierung auf ein Ziel beim Probeschwung lernen Sie schon bei der Übung den Schläger gerade auf das Ziel ausgerichtet zu halten. So sind Sie locker, weil der Schwung noch nicht zählt, aber auch konzentriert, weil Sie ein Ziel haben.

Denken Sie also stets daran und machen Sie nie einen Übungsschwung ohne etwas zu treffen. Sie können das auch zu Hause im Wohnzimmer auf dem Teppich üben, indem Sie sich einen ganz bestimmten Punkt merken, wo der Treffmoment stattfinden soll.

Wenn Sie so immer mehr Sicherheit für Ihren Schwung gewinnen, können Sie irgendwann ganz auf die Trockenübungen verzichten. Das spart über den ganzen Platz gerechnet viel Zeit und entspricht dem Trend aus dem Angelsächsischen Raum das Spiel deutlich zu beschleunigen.

Zudem sparen Sie Kraft und Konzentration und kommen nicht in die Verlegenheit eines sichtbaren Qualitätsunterschiedes zwischen Wunschvorstellung und Realität. Auch wenn Sie vorher beim Durchschwingen noch so sehr der Idealbewegung nahe kommen, Sie haben stets nur einen Versuch, der wirklich zählt.