Konzentration im Golfsport

Vielleicht kennen Sie das auch, sie stehen vor Ihrem Ball und es gehen Ihnen hunderte Gedanken über die mögliche Ausführung Ihres Schlages durch den Kopf. Zum Beispiel, wie kann ich das Hindernis am Besten überspielen, nicht im Wassergraben landen oder das Green erreichen ohne mit der Kugel in den Wald abzudriften? Welche Flugbahn wäre gut, mit welchem Schläger erreiche ich das beste Ergebnis und wie muss ich den Schwung anlegen?

Schon bei den Überlegungen kann man so Einiges falsch machen. Viele Golfer kommen nicht zu einer klaren Entscheidung vor dem Ansprechen. Der Überlegungsprozess wird vielfach in die Phase der Ausführung mitgenommen. Zudem sind die Gedanken oftmals diffus und negativ programmiert. D.h. man möchte eine bestimmte Situation, wie einen Schlag in einen Bunker oder ein Wasserhindernis vermeiden. Jedoch werden derartige destruktive Informationen vom menschlichen Gehirn nicht verarbeitet. Unerwünschte Gedanken im Unterbewusstsein und der Zufall können sich so entfalten. Um wirksame Befehle im Kopf zu platzieren, muss der Entscheidungsprozess im Idealfall abgeschlossen und die Zielvorgabe positiv formuliert sein. Ebenfalls hilfreich ist es, wenn die Zielvorstellung präzise ist. Die Fehlerbreite wird zunehmen, wenn man einfach nur auf die Fairwaymitte schlagen will. Suchen Sie sich bei jedem Schlag einen bestimmten Punkt aus, wo Sie mit ihrem Ball landen wollen.

Die Trennung von Überlegungen zu dem Schwung und dessen Ausführung ist unbedingt zu beachten. In dem Augenblick, wenn das Schwungprogramm aus Ihren zum überwiegenden Teil unterbewussten Gehirnzentren abgerufen wird, darf keine Überlegung zu taktischen und technischen Details angestellt werden. Ansonsten stören Sie Ihre eigene Konzentration und lassen Gedanken zu, die der vorherigen Programmierung zuwiderlaufen können. Achten Sie nur auf die genaue Ausführung des vorher festgelegten Schwungmusters. Anders gesagt, erledigen Sie nur noch die technische Aufgabe.

Ist Ihr Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen, nehmen Sie sich einen Augenblick länger zum Nachdenken und treffen eine von Ihnen akzeptierte Wahl. Bei auftretenden Zweifeln treten Sie ein paar Schritte vom Ball zurück und wägen Sie noch einmal ab. Lassen sich die Unsicherheiten nicht ausräumen, entscheiden Sie sich und drängen die Zweifel beiseite. Schließlich haben Sie dann alles reiflich überlegt und führen Ihren Schlag nach Ihrem Plan aus.

Haben Sie sich für einen bestimmten Schlag entschieden, wäre es ideal, wenn Sie ihn kurz vor dem Ansprechen noch einmal vor Ihrem geistigen Auge wie einen Film ablaufen lassen. Stellen Sie sich bildhaft Ihren Schwung, den Treffmoment, die Flugkurve, das Auftreffen, das Rollen des Balles und den abschließenden Zielpunkt vor. So manifestieren Sie Ihre Programmierung und Ihre Schwungvorstellung wird immer selbstverständlicher.

Natürlich sollte die Vorstellung einen gelungen Schlag zeigen und so realistisch, wie möglich sein. Es hilft kein Tagtraum von einer Tiger Woods-Bewegung. Der innere Film muss im Rahmen Ihrer eigenen Möglichkeiten liegen. Gelingt Ihnen im Training ein schwieriger Schlag nur zu 50 Prozent, wird Ihnen dies in einer kritischen Situation kaum glücken. Je genauer und klarer Sie den Schwung in Gedanken sehen, umso sicherer wird sich Ihre psychische Vorstellung in die Wirklichkeit übertragen lassen. Anstatt hunderter Gedanken haben Sie im Idealfall nur einen Gedankenfilm im Kopf und beginnen Ihren Schlag mit einer klaren Vorstellung.