Longhitter sind im Vorteil

Welcher Golfer träumt nicht davon, den Golfball beständig an die 300 Meter weit schlagen zu können? Solche Abschläge würden dann nicht nur von den Golfpartnern bestaunt werden, sondern können auch entscheidende Vorteile für das Anspiel auf das Grün bringen. Bei den Golfprofis werden Spieler mit überdurchschnittlich langen Schlägen auch „Longhitter“ genannt. Dabei liegt auf der Hand, dass ein weiter Abschlag nur dann effektiv ist, wenn er auch auf dem Fairway landet. Ein Abschlag der zwar weit fliegt, dann aber in einer schlechten Position im Rough liegt, wirkt sich in der Regel auf das Spiel eher negativ aus.

Bei besonders hohem Kraftaufwand für die große Weite nimmt in der Regel die Genauigkeit der Schläge ab. Daher spielen Profis, die in der Lage sind an die 300 Meter zu schlagen, meistens eine Sicherheitsvariante ihres Drives. Das Risiko bei der maximalen Weite neben der Bahn zu landen gehen diese Spieler nur in Ausnahmesituationen ein. Trotzdem haben Longhitter mit Abschlägen, die 20 oder 30 Meter weiter fliegen, als bei der Konkurrenz, einen Vorteil beim Anspiel zur Fahne. Durch die geringere Distanz zum Loch können sie ihren zweiten Schlag besser dosieren oder sparen bei einem langen Loch eventuell sogar einen Schlag.

Um eine größere Weite zu erreichen, können Sie zum einen an Ihrer Technik feilen und zum anderen Ihr Golfmaterial überprüfen. Welcher Golfball für Sie der Richtige ist, hängt stark von Ihren persönlichen Anlagen ab. Ein härterer Ball wird im Treffmoment weniger komprimiert und rutscht am Schlägerblatt mehr hinauf als weichere Bälle, was einen höheren Abflugwinkel zur Folge hat. Durch die geringere Rotation der Kugel ist die Flugkurve aber vergleichsweise niedrig. Dadurch landen die Bälle eher und rollen dafür umso weiter. Auch die Form und Anzahl der Eindellungen an der Außenhaut hat Auswirkungen auf das Flugverhalten des Spielgeräts. Extrem teure Bälle haben dabei nicht unbedingt die Vorteile, die von den Herstellern angepriesen werden. Die ganz günstigen Bälle sind von den Flugeigenschaften aber klar im Nachteil und eignen sich am Besten für die Driving Range. Sie sollten den Ball wählen, der nach Ihrem persönlichen Gefühl am weitesten fliegt.

Für die Wahl der Schläger ist eine möglichst individuelle Anpassung durch einen Golfpro zu empfehlen. Zu beachten sind Unterschiede im Schwunggewicht durch Material und Formgebung der Schlägerköpfe sowie Länge, Neigung (Lie) und Flexibilität des Schafts.

Um Ihre Technik auf Weite zu trimmen müssen Sie an Ihrem Rückschwung, dem Treffmoment und dem Durchschwung arbeiten. Für maximale Schlaglänge benötigen Sie einen möglichst langen Beschleunigungsweg, also Flexibilität in Hüfte und Schulter, Schnellkraft, die Sie aus der Körperspannung gewinnen und Präzision beim Treffpunkt von Schläger und Ball. Nur wenn Sie den Ball sauber im Sweet-Spot (Schlägermitte) treffen, Ihr Schlägerkopf gerade steht und auf die Bahnmitte ausgerichtet ist, werden Sie Ihre optimale Weite erzielen. Eine größere Weite bei den Abschlägen und damit ein „Ausdriven“ der Konkurrenz wird nicht nur Ihr Selbstwertgefühl auf dem Golfplatz steigern, sondern gleichzeitig bei Ihren Mitspielern für eine größere Wertschätzung Ihres Spiels sorgen.